Freiwillige Feuerwehr der StadtLohmar

Unsere Einheiten: Lohmar, Breidt, Birk, Scheiderhöhe, Wahlscheid

Übungszenario: Gefahrgutlage für die Löschgruppe Breidt

Datum: 18.08.2012
Uhrzeit: 20:00
Autor: D.Hunjet

Als Übungsobjekt wurde der Löschgruppe Breidt die Produktionshalle der metallverarbeitenden Firma Rudolf Müller GmbH in Lohmar-Geber zur Verfügung gestellt.

 

Bei Aufräumarbeiten ist ein, in einem Regal gelagertes Gefäß mit einer unbekannten Flüssigkeit heruntergefallen und zerbrochen. Die Flüssigkeit breitet sich schnell auf dem Boden aus, reizende und ätzende Dämpfe steigen auf. Ein Mitarbeiter hat die Dämpfe eingeatmet und irrt seitdem mit starkem Husten und verätzten Augen durch die Produktionshalle.

 

Ein weiterer Mitarbeiter der den Vorfall bemerkt, reagiert absolut richtig und alarmiert umgehend die Feuerwehr. Ohne sich selbst in Gefahr zu begeben wartet Er vor der Produktionshalle auf das Eintreffen der hierfür ausgebildeten Rettungskräfte, in diesem Fall die für Gefahrgutunfälle spezialisierte Löschgruppe Breidt.

 

Der Mitarbeiter kann der Feuerwehr bei der Befragung durch den Einsatzleiter wertvolle Informationen geben. So stellt sich z.B. heraus, dass sich zum Zeitpunkt des Unfalles noch zwei weitere Mitarbeiter in der Produktionshalle aufhielten, das Büro indes jedoch seit 16 Uhr geschlossen sei. Zu der Flüssigkeit kann er aber keine weiteren Angaben machen, da ihm das betreffende Gefäß nicht bekannt sei.

 

Diese wenigen Angaben sind für den verantwortlichen Einsatzleiter aber sehr wertvolle Informationen, die er bei seinem Entschluss für die nun einzuleitenden Maßnahmen berücksichtigen muss. Dieser Entschluss muss alle einsatzrelevanten Fakten erfassen, die eigenen technischen und taktischen Möglichkeiten berücksichtigen und in Bezug auf Schnelligkeit, weiteren Nebenwirkungen (z.B. Umweltgefährdung) und Eigenschutz der Einsatzkräfte möglichst schnell getroffen werden.

 

Bei dieser Einsatzübung der Löschgruppe Breidt schickt der Einsatzleiter als erstes einen Trupp unter umluftunabhängigem Atemschutz zur Menschenrettung in das Gebäude vor. Hierbei wählt er als persönliche Schutzausrüstung zunächst die Standard-Einsatzkleidung der Feuerwehrangehörigen aus, die er aber mit einer Flammschutzhaube derart ergänzt, dass eine vollständige Bedeckung aller freiliegenden Körperstellen der Einsatzkräfte gegeben ist.

 

Die vermissten Mitarbeiter können so recht zügig gefunden und gerettet werden. Bevor diese aber an den bereitstehenden Rettungsdienst zur weiteren medizinischen Kontrolle übergeben werden können, müssen Sie sich noch einer sogeannten Notdekontamination unterziehen. Hierdurch soll sichergestellt werden, dass Gefahrstoffe die evtl. noch am Körper oder der Kleidung der Betroffenen anhaften nicht mehr als unbedingt erforderlich in die sich anschließende medizinische Behandlung verschleppt werden.

 

Damit ist die Arbeit der Feuerwehr aber noch lange nicht abgeschlossen!

 

Parallel zu der Menschenrettung wurde der Gefahrenbereich bereits abgesperrt und gesichert. Einsatzkräfte werden aufwendig mit speziellen Chemikalienschutzanzügen ausgerüstet, die für die nun durchzuführende Stoffermittlung und Eindämmung des Gefarstoffaustrittes resistent sind.

 

Da auch in diesen luftdichten Schutzanzügen ein umluftunabhängiges Atemschutzgerät getragen werden muss, ist die Einsatzzeit hier ebenfalls begrenzt. Der vorgehende Trupp erhält die Aufgabe dem Einsatzleiter so viel Information wie möglich über den ausgetretenen Stoff, dessen ausgetretene Menge und das vor Ort vorgefundene Schadenbild durchzugeben. Aus diesen Informationen und anhand spezieller Nachschlagewerke und Gefahrstoffdatenbanken wird der Einsatzleiter versuchen eine

Stoffbestimmung durchzuführen.

 

Wenn dieses nicht (mehr) möglich ist, kann zumindest anhand von einigen Schnelltests (z.B. ph-Wert) eine grobe Kassifizierung des Gefahrgutes erfolgen.

 

Erst wenn zweifelsfrei feststeht wie mit dem Stoff umgegangen werden muss, kann die Bergung des Gefahrstoffes eingeleitet werden. In dem gestellten Szenario genügte es den Gefahrstoff mit Bindemittel aufzunehmen und dieses anschließend in ein verschließbares, luftdichtes Gefäß umzulagern. Hiermit wurde die Gefahr dann gebannt, und eine Fachfirma kann mit der Entsorgung des Gefahrstoffes beauftragt werden.

 

Nicht nur den Einsatzkräften, die neben einer speziellen, aufwendigen Ausbildung auch jeweils eine jährliche Einsatzübung im Chemikalienschutzanzug absolvieren müssen wird vieles abverlangt. Vor allem der Einsatzleiter in einer Gefahrgutlage, der hierfür zusätzliche Führungslehrgänge am Institut der Feuerwehr in Münster absolvieren muss, wird extremst gefordert.

 

So muss bei jedem Gefahrguteinsatz jederzeit auch mit einer Brandenstehung gerechnet werden, der der Einsatzleiter hier mit dem Aufbau eines sogenannten dreifachen Löschangriffs (durch einsatzbereitem Vorhalten von Wasser, Schaum und Pulver) begegnet.

 

Zum Herstellen und Nachweisen der Dekontamination aller eingesetzten Kräfte im Chemikalienschutzanzug muss ein Dekontaminiationsplatz eingerichtet und spätestens 10 Minuten nach Vorgehen des 1. Trupps einsatzbereit vorgehalten werden.

 

Hierüber verlassen alle eingesetzten Trupps die Einsatzstelle geordnet, die Schutzanzüge werden nach dem Einsatz gereinigt, deren Dekontamination festgestellt und dort auch abgelegt. Alle mit dem Gefahrstoff in Berührung gekommenen Gerätschaften verbleiben (im Realeinsatz) in der Einsatzstelle und werden zusammen mit dem Gefahrstoff von Spezialfirmen entsorgt. Hierdurch wird eine Kontaminationsverschleppung weiterstgehend ausgeschlossen.

 

Diese sehr Material- und Geräteintensive Aufgabe der Gefahrgutbekämpfung wird innerhalb der Freiwilligen Feuerwehr Lohmar von der Löschgruppe Breidt wahrgenommen, die sich in langjähriger Aus- und Fortbildung mit dem Gerätewagen Gefahrgut in diese Thematik eingearbeitet hat.

 

Bei der Übung wurden wieder einmal spezielle Fertigkeiten trainiert, die über einen Standard-Löschangriff der Feuerwehr hinausgehen. Die Feuerwehr Lohmar bedankt sich bei der Firma Rudolf Müller GmbH für die Möglichkeit die Übung in Ihrem Betrieb durchzuführen.

 

 

 

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